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Webtechnik-Alternative

Statische Website oder Content Management System?

Sich selbst und die eigenen Projekte oder Leistungen jederzeit und selbständig einem breiten oder gezielt avisierten Publikum vorstellen zu können, ist sicherlich eine der ganz großen Errungenschaften des Internets. Spätestens mit der Nutzung von Social Media Plattformen ist diese Möglichkeit weit verbreitet und wird in diesem Rahmen vor allem zur Selbstdarstellung gerne genutzt. Die Hürden dafür sind niedrig, was den Umfang der Nutzung erklärt. Aber diese Niederschwelligkeit hängt sehr stark mit der Technik zusammen. Jeder kann sich schnell registrieren und benötigt kaum technisches Vorwissen, um Beiträge auf Basis der angebotenen Tools zu erstellen und zu veröffentlichen. Vielleicht ist das die Erklärung dafür, dass viele die Internetkommunikation schon fast mit Social Media gleichsetzen. Ein Eindruck, der angesichts der Masse von Social Media Beiträgen entstehen könnte, die Vielfalt des Internets und seiner Inhalts- und Vermittlungsformen aber nicht angemessen widerspiegelt. Schließlich benötigen Unternehmen, Organisationen und Vereine in der Regel stärker individualisierte Präsenzen und auch funktional maßgeschneiderte Lösungen, um ein abgegrenztes und klar unterscheidbares Profil sichtbar und verstehbar zu machen. Die standardisierten Content-Editoren der großen Social Plattformen sind dafür aber gerade nicht geeignet, provozieren eher reduzierte und bedeutungsarme Darstellungsformen, die den Fokus auf Reichweite, nicht auf Differenzierung und inhaltliche Tiefe legen. Webagenturen wie LinieLux-Kommunikation unterstützen interessierte Unternehmen, Freiberufler und gemeinnützige Organisationen gerne dabei, ihre Profile im Internet klar zu umreißen, differenzierte Beschreibungen und anschauliche Illustrationen zu entwickeln, die individuell und eindrucksvoll zugleich wirken. So erstellte Präsenzen sind aussagekräftig und lassen sich gezielt für wirkungsvolle Kommunikationskampagnen in Szene setzen. Selbständigkeit beim Erstellen, Einpflegen und Veröffentlichen der Inhalte ist natürlich auch im individualisierten Internet möglich und von vielen Seitenbetreibern erwünscht. So sind es v. a. die Seitenbetreiber selbst, die darüber entscheiden, wie stark sie sich in das Erstellen und Veröffentlichen des Contents einbringen möchten. Der gewünschte Grad an Selbständigkeit ist dann das Kriterium, ob eine so genannte statische Website umgesetzt wird oder ob ein Content Management System (CMS) das Mittel der Wahl ist. An diesem Punkt verschränken sich inhaltliche, funktionale und technische Fragen. Da die Form der technischen Umsetzung bei fast jedem neuen Internetprojekt ein Thema ist, stelle ich an dieser Stelle die beiden technischen Alternativen gegenüber. Die Entscheidung für die eine oder andere sollte zur Umsetzung des eigenen individuellen Vorhabens damit leichter fallen. Die beiden Bezeichnungen werden häufiger missverstanden, v. a. wenn die Begriffe statisch und dynamisch (für die CMS-Alternative) für den Vergleich verwendet werden. Wichtig ist zu betonen, dass „statisch“ vs. „dynamisch“ nichts mit der gestalterischen Anmutung zu tun hat, auch nichts mit der inhaltlichen Qualität. Es geht dabei um die technische Umsetzung, die konkrete Form des Renderings (Sichtbarmachen des Quellcodes) und die Frage, ob die Inhalte der Website von den Betreibern selbständig aktualisiert werden können.

STATISCHE WEBSITE

Statische Websites werden mit Hilfe grundlegender Internettechnologien entwickelt. Das ist mindestens HTML5 und CSS3, für dynamischere Funktion und benutzerfreundliche Gestaltung kommt aber bei den meisten Websites zusätzlich JavaScript zum Einsatz. Diese Auszeichnungs- und Skriptsprachen sind die technischen Bausteine, mit denen die darzustellenden Inhalte in Form gebracht und im Internetbrowser sichtbar gemacht werden können. Was im so genannten Quellcode angelegt wurde, wird im Internet bereitgestellt und vom Webbrowser interpretiert, d. h. in sichtbare Websites umgewandelt. Bei statischen Websites ist das ein direktes Interpretieren der Quelle, eine unmittelbare Visualisierung des Quellcodes. Eine statische Website zu betreiben, bedeutet also, die technische, vom Webbrowser darstellbare Grundlage fix und fertig, eben statisch, bereitzustellen. Da der Quellcode nur von solchen Fachkundigen erstellt und veröffentlicht werden kann, welche die Auszeichnungs- und Skriptsprachen kennen und projektabhängig einsetzen können, ist auch das spätere Aktualisieren der erstellten Seiten nur den Fachleuten möglich.

Performancevorteile

Statische Websites haben unschlagbare Vorzüge. Der wohl größte: Ihre Codegrundlage ist vergleichsweise schlank. Es gibt eben „nur“ den Quelltext und durch diesen direkt hinzugeladene Ressourcen, wie Bilddateien, JavaScript u. ä. Dadurch sind die Ladezeiten einzelner Seiten im Vergleich kürzer, oder wie es Techniker ausdrücken: Die so aufgebauten Seiten haben eine gute Performance. Das ist gut für das Surferlebnis der Besucher und auch gut für die Bewertung durch Suchmaschinen, die schnell ladende Seiten bevorzugen. Wer also Wert auf Benutzerfreundlichkeit und ihre Bewertung durch Suchmaschinen legt, der kann über die Umsetzung einer statischen Website nachdenken. Dies aber nur, wenn die Möglichkeit selbständiger Aktualisierung nicht als zwingend angesehen wird.

Eine Frage des Aktualisierungsbedarfs

Aus dem Gesagten wird eines deutlich, was für manche Seitenbetreiber ein Ausschlusskriterium darstellt: Statische Websites können vom Seitenbetreiber ohne Kodierungskenntnisse und Grundkenntnisse der Webentwicklung nicht selbständig aktualisiert werden. Praktisch bedeutet dies, dass gewünschte inhaltliche Änderungen, aber auch funktionale Anpassungen und Gestaltungsänderungen vom Webdesigner ausgeführt werden müssen. Entsprechende Wünsche müssen dem Webdesigner übermittelt werden. Die Erfahrung zeigt, dass dies für nicht wenige Seitenbetreiber eine passende und gewünschte Lösung darstellt. Immer dann, wenn der Aktualisierungs- und Anpassungsbedarf sich zum einen in benennbaren Grenzen hält und zum anderen ein funktionierender Workflow aus Bereitstellung von Informationen und Umsetzung auf der Website realisiert werden kann, sind statische Website ein attraktives Mittel.

Kostengünstige Alternative

Es lässt sich bereits erahnen, und die folgende Beschreibung der Content Management Systeme wird es noch verständlicher machen, dass die Entwicklung statischer Websites die weniger aufwändige Variante darstellt. Weniger Entwicklungsaufwand aber bedeutet auch geringere Kosten. Von daher kann man sagen, dass potenzielle Webseitenbetreiber, die einen überschaubaren Aktualisierungsbedarf haben, bereit sind, ihre Änderungswünsche bei Bedarf dem Webdesigner verständlich zu übermitteln, und die außerdem eine kostensparende Lösung für ihre Internetprojekt bevorzugen, gute Gründe haben, sich für die statische Webvariante zu entscheiden. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings auch, dass für die extern durchgeführten Aktualisierungen und Anpassungen wiederum Kosten entstehen, die vom Umfang dieser in Anspruch genommenen Leistungen abhängen.

CONTENT MANAGEMENT SYSTEM

Weiter oben haben wir vom Siegeszug des individualisierten Internets durch Social Media Tools und Plattformen geredet, aber auch festgestellt, dass außerhalb privater Selbstdarstellung die Individualisierung durch reduzierte und standardisierte Tools, wie wir sie aus von Social Media kennen, stark eingegrenzt ist. Wenn Unternehmen, Organisationen und Freiberufler ihre Inhalte nicht nur selbständig erstellen und veröffentlichen wollen, sondern anders als in ihren Social Media Präsenzen eine individuelle Gestaltung sowie Unabhängigkeit von standardisierten Plattformen wünschen, ist die eigene Website mit selbst gewählter und gehosteter Domain auf Grundlage eines Content Management Systems die passende Lösung. Das Wesentliche an den Content Management Systemen ist in ihrer Bezeichnung angedeutet: Sie dienen Seitenbetreibern dazu, den Content, das sind alle Inhalte der Seiten (Texte, Bilder, verschiedene Medienformate, Downloaddokumente) selbständig einzupflegen, zu aktualisieren, in der Layoutstruktur zu positionieren und in gewissen Grenzen in die kontextbezogene Gestaltung einzugreifen. Möglich ist das, weil ein CMS auf einem umfangreichen Softwarekonstrukt aufbaut, welches verschiedene Komponenten umfasst: Eine relationale Datenbank, in der die dynamisch erfassten Inhalte gespeichert werden, eine Template-Struktur, welche die Inhalte in Form bringt und die eigentliche koordinierende Software, die das Ineinandergreifen der Komponenten möglich macht. Die Komplexität des Hintergrunds trifft auf alle Content Management Systeme zu.

Strikte Trennung von Inhalt und Form

Die Erfolgsgeschichte von und die große Nachfrage nach dem Einsatz von Content Management Systemen hängt v. a. damit zusammen, dass sie zwischen Inhalt und Formgebung unterscheiden und es so dem Nutzer besonders leicht machen. Was sie Nutzern bieten, ist ein sehr komfortables Einpflegen und Einordnen der Inhalte in einen Gestaltungsrahmen, der vom Webentwickler vorgegeben wurde. Es geht gerade darum, Nutzer von der Last individueller Gestaltungsentscheidungen zu befreien, ihren Fokus allein auf die Verarbeitung der Inhalte zu verlagern. Nur so ist gewährleistet, dass die Website bei sich verändernden Inhalten gestalterisch konsistent und professionell gestaltet bleibt, gerade über einen längeren Zeitraum hinweg. Wenn Webdesign, Weblayout und Navigationsstruktur während der Entwicklung eng mit dem Seitenbetreiber koordiniert wurde, ist so ein Optimum an individueller Qualität für das Webseitenprojekt gewährleistet.

Umfassende Kontrolle der Inhalte

Was Seitenbetreiber mit Hilfe des CMS über das so genannte Backend konkret tun:
  • Texte in Formularfeder einsetzen und, soweit Texteditorfelder verwendet werden, in gewissen Grenzen formatieren.
  • Bilder, Grafiken, Videos, Downloaddokumente u. ä. in einen Medienpool hochladen und diese in die Inhaltselemente einsetzen, die sie verwenden.
  • Einzelseiten löschen, in der Hierarchie der Menüs einordnen, unsichtbar machen.
  • Inhaltselemente duplizieren, die Duplikate überschreiben und zuordnen.
  • Neue Inhaltselemente aus einer Auswahl für das Projekt bereitgestellter Elemente an gewünschter Layoutposition einsetzen, mit Inhalt füllen und veröffentlichen.
In der Regel ist die Formatierung durch den Layoutrahmen bzw. das Template vorgegeben, aber Auszeichnungen können z. B. über Rich Text Felder möglich sein, was zu kontextgebunden Anpassungen beiträgt, ohne die generelle Designlinie zu gefährden.

Schulung für Redakteure

Da es bei den Content Management Systemen vornehmlich um die Inhalte geht, wird die Rolle des Seitenbetreibers als Redakteur bezeichnet. Anders als der Administrator des CMS, der Zugriff auf alle Funktionen des Backends besitzt, beschränkt sich die Redakteursrolle allein auf die Contentverwaltung. Das erleichtert Redakteuren die Orientierung im Backend der Website erheblich. Dennoch ist eine Einführung in die Handhabung des CMS durch Redakteure sinnvoll und notwendig, damit effektives Arbeiten möglich wird. So bringt jede individuelle Installation auch besondere Strukturen, spezielle Inhaltselemente und damit spezifische Bearbeitungsroutinen mit sich, die im Rahmen einer einführenden Schulung vermittelt werden. Nach einigen Übungsläufen im direkten Anschluss an die Schulung sollte so ein längerfristig flüssiges Arbeiten mit dem CMS gelingen.

DIE RICHTIGE WAHL TREFFEN

Aus der Sicht des Entwicklers betrachtet ist es tatsächlich so, dass der Aufbau einer statischen Website ein in sich geschlossenes Projekt darstellt. So erstellte Websites sind sofort veröffentlichungsfähig und sind technisch langfristig stabil. Das heißt auch, dass sie auch über längere Zeiträume technisch nicht verändert oder aktualisiert werden müssen. Technischer Aktualisierungsbedarf bei statischen Webkonstrukten besteht nur dann, wenn sie dynamische Elemente enthalten, die erweiterte Technologie nutzen, z. B Formulare, die PHP benötigen. Da PHP aber häufige Updates bereitstellt, müssen auch die verwendeten Formularskripte von Zeit zu Zeit angepasst und kompatibel gemacht werden. Ansonsten aber beschränkt sich der Aufwand nach erstmaliger Veröffentlichung der Website allein auf inhaltlichen Aktualisierungen, die bei Bedarf vom Webdesigner umgesetzt werden. Wenn ein Seitenbetreiber sich nach gründlicher Überlegung zu seinem Bedarf aber für ein CMS entschieden hat, kann die statische Seitenversion die Grundlage sein. Das von LinieLux – Kommunikation bevorzugte TYPO3 CMS wird genau so entwickelt: Auf der Grundlage einer zuvor erstellten statischen Website, die dann in weiteren Schritten in das TYPO3 CMS integriert wird. Diese Integration ist umfangreich und technisch anspruchsvoll, was den deutlich größeren Zeitaufwand und die entsprechend höheren Entwicklungskosten erklärt. Auch müssen für das CMS kontinuierlich Updates eingespielt und evtl. technische Anpassungen vorgenommen werden, um eine langfristige Sicherheit und Funktionsfähigkeit auf dem jeweils neuesten Stand zu gewährleisten. Die Erfahrung mit dem konkreten Einsatz und die Entscheidung für eine der beiden Alternativen weist darauf hin, dass der ermittelte tatsächliche Bedarf des Seitenbetreibers den Ausschlag gibt. Für alle, die tatsächlich selten bis gar keinen inhaltlichen Aktualisierungsbedarf haben und auch keine dynamischen Webfunktionalitäten benötigen, ist die statische Website oft die beste Lösung. Wer aber erweiterte Ansprüche bezüglich der integrierten Interaktionsfunktionen hat, die Inhalte regelmäßig selbst einpflegen und aktuell halten möchte und für die umfangreiche Mehrleistung bereit ist, dementsprechende Mehrkosten in Kauf zu nehmen, für den kann ein leistungsfähiges CMS die beste Lösung darstellen. Denn auf dessen Grundlage können langfristig inhaltlicher Anspruch, interaktiver Service und maximale Individualität der Content-Pflege in bestmöglicher Form gewährleistet werden.
 

© Bernhard Lux / LinieLux – Kommunikation
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